literatur/film/kunst/musik

doing beyond gender

 

"Ausgangspunkt ist die Frage nach Strategien, Projekten und Räumen in Kunst, Kultur und Medien, die Geschlechterordnungen durchkreuzen und überschreiten. Auch wenn es kein endgültiges Entkommen aus herrschenden Geschlechterzuweisungen gibt, eröffnen sich gerade in diesen Feldern Möglichkeiten des Widerständigen: Welche Repräsentationslogiken jenseits tradierter Geschlechterordnungen sind möglich? Welche Theorien, Praxen und Methoden „jenseits von Geschlecht“ entwickeln KulturproduzentInnen, KünstlerInnen, MusikerInnen, DesignerInnen, FilmemacherInnen, AktivistInnen usw.?

 

 

Unter dem Begriff „doing gender“ werden all jene sozialen Konstruktionen und Prozesse, die Geschlecht als gesellschaftlich wirksame Kategorie fest- und fortschreiben, zusammengefasst. Die in den meisten Gesellschaften kollektiv verankerte und vorherrschende Unterscheidung in zwei Geschlechter, in „Frauen“ und „Männer“ sowie die hieraus resultierenden, vielfältigen Konsequenzen, werden nicht als gegeben und „natürlich“, sondern als das Ergebnis fortlaufender sozialer und institutionalisierter Prozesse und Praxen gelesen, die Geschlechterdifferenzen und -identitäten herstellen und diese immer wieder auf ein Neues aktualisieren. Diese Herstellungs-, Fortschreibungs- und Aktualisierungsprozesse von Geschlecht und Geschlechterzuschreibungen finden nicht nur in der sozialen Interaktion, im unmittelbaren Alltagshandeln, sondern gleichermassen in den Feldern Kunst, Kultur und Medien statt.

 

 

Ausgehend von dem, ursprünglich aus der Sozialwissenschaft resultierenden Begriff des „doing gender“ richtet sich der Fokus dieses Projektes nicht auf soziale Interaktionsprozesse der Herstellung von Geschlecht, sondern auf Fragen nach möglichen Strategien und Praxen der Überschreitung von Geschlecht in Kunst, Kultur und Medien. Diese Strategien sind an Fragen nach Herstellung und Situierung von Geschlecht gekoppelt und lassen sich deshalb nicht trennscharf unterscheiden. Die Formulierung „Doing Beyond Gender“ ist darüber hinaus nicht nur als ein Gegenstück zu „Doing Gender“ zu lesen und zu verstehen, sondern beinhaltet gleichermaßen die Frage nach einem Zusammenspiel dieser Differenz mit anderen Differenzen, nach einer Hintergehbarkeit dieser Differenz oder gar ihrem völligen Verschwinden." yvonne p. doderer

 

projekt doing beyond gender