life goes on 2017-1

 

The stamp of loneliness
 "Wir tragen den Stempel der Einsamkeit auf uns, da es katastrophal ist, ein Transmensch in Armenien zu sein. Wir sind isoliert und kein Teil der Gesellschaft." Dieses Zitat eines ihrer Models hat Nazik Armenakyan so sehr beeindruckt, dass sie "The Stamp of Loneliness" als Titel für ihre Ausstellung in der Universitätsbibliothek Giessen gewählt hat. Drei Jahre lang hat die armenische Fotojournalistin die Transgender-Community in ihrer Heimat portraitiert.
Zur Ausstellung: https://www.uni-giessen.de/…/fotoausstellung-the-stamp-of-l…
http://www.nazikarmenakyan.com/the-stamp-of-loneliness/




"Ich glaubte, die Frauenbewegung und Stonewall seien Geschichte. Ich glaubte, meine Großmütter hätten für Akzeptanz kämpfen müssen und sie hätten für uns, die nachfolgenden Generationen, gesiegt. Wir, die heutige Generation, erleben gerade, dass dieser Sieg nicht für die Ewigkeit war – oder vielleicht gar nie richtig errungen wurde. Wir haben uns zurückgelehnt. Wir glaubten, uns würden sich alle Türen öffnen – schließlich seien wir alle gleich. Frauen, Männer, Weiße, Farbige, Homos, Heteros, Inländer, Ausländer und alle dazwischen – niemand ist mehr wert, als der andere. Mit diesen Werten wuchs ich auf und ich glaubte, in der heutigen Zeit würde die Mehrheit nach diesen streben." barbara, lesbianchic



Augenblicke
Wohin blicken wir, wenn wir in die augen eines anderen menschen blicken?



Trans-swiss
seit zwei jahren habe ich sie kaum noch beachtet, meine website www.trans-swiss.ch. das letzte update stammte aus dem jahr 2015. oh my goddess, soviel ist passiert in dieser zeit. zuweilen musste ich schmunzeln über meinen damals hypertrophen anspruch, die umfassendste website zu trans* zu erstellen und laufend zu aktualisieren. gleichzeitig haben mich die persönlichen texte im "logbuch einer transition" wieder zurück geführt in die vergangene dunkle zeit. so vieles hatte ich bereits wieder vergessen. "back to life" - so der titel des neuesten kapitels. mit texten und reflexionen vom letzten jahr, teilweise auf fb gepostet. wieder zurück im leben. das leben schreibt das logbuch weiter - und wer weiss, vielleicht gibts daraus ja mal was handfestes. aber sicher keine trans* biographie.



das leben improvisieren
 "man kann sich dem unbekannten mit einer methode und kompass nähern, aber mit einer landkarte würde man niemals dorthin gelangen." derek bailey

 


Una mujer fantastica
"Die stärkste Einstellung in "Una mujer fantastica" kommt kurz vor dem Schluss. Eingebettet in einige Szenen, die einen Drall ins Kitschige haben, wird es hier ganz still: Marina sitzt auf ihrem Sofa, die Beine leicht angewinkelt. Sie ist nackt, doch ein Spiegel verdeckt ihre Scham. Die nächste Einstellung zeigt Marina von oben: Man sieht nur ein Stück Beine, etwas Bauch – und mitten im Bild ihr Gesicht im Spiegel zwischen ihren Beinen. Es ist ein eindringliches, berührendes Bild. Gerade in seiner Einfachheit und Wortlosigkeit macht es klar, worum es Lélio geht: Was die geschlechtliche Identität eines Menschen bestimmt, ist nicht zwingend das, was zwischen seinen Beinen ist."

 



„Nicht Transmenschen sind krank, sondern die Art, wie die Gesellschaft mit ihnen umgeht, macht krank“
Das Europaparlament fordert besondere Massnahmen für die gesundheitliche Behandlung von trans* und intergeschlechtlichen Menschen. Es hält fest, dass die offizielle Diagnose als psychische Erkrankung Ursache für das erhebliche Leid von Transmenschen sei. Hinzu käme der in noch 13 Ländern der EU erforderliche Sterilisationszwang zur Änderung des amtlichen Geschlechts.
Das Parlament betont, dass die Pathologisierung von Trans* in Verbindung mit Vorurteilen, Stigmatisierung und Diskriminierung zu psychischen Problemen führen kann. Das Gesundheitswesen müsse dies anerkennen und besondere Hilfe und Programme (beispielsweise in der Suizidprävention) zur Verfügung stellen. Das Thema sei jedoch in der gesamten Gesundheitspolitik eines Landes zu berücksichtigen.
Die Autorin der Berichts, Beatrice Becerra, hält daher fest: Nicht Transmenschen sind krank, sondern die Art, wie die Gesellschaft mit ihnen umgeht, macht krank.
Der Bericht: http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do…
http://www.lgbt-ep.eu/…/european-parliament-calls-for-acti…/

 

Geschlechtervielfalt

"Eine moderne Gesellschaft, die vom Schutz der Menschenrechte und von der Wertschätzung von Vielfalt geprägt ist, zeichnet sich dadurch aus, dass alle Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, Behinderung, Religion, Geschlecht, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung mit ihren Familien und Angehörigen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Menschen mit Variationen der Geschlechtsmerkmale, intersexuelle oder intergeschlechtliche Menschen gehören zur geschlechtlichen Vielfalt und damit zur menschlichen Vielfalt in unserer Gesellschaft. Das muss sich auch in der Rechtsordnung widerspiegeln." Manuela Schleswig
Geschlechtervielfalt im Recht
Status quo und Entwicklung von Regelungsmodellen zur Anerkennung und zum Schutz von Geschlechtervielfalt
Begleitmaterial zur Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter & Transsexualität – Band 8



Venus above engelberg. Die zukunft ist weiblich...
"Nach dem Mond ist Venus das hellste Gestirn am nächtlichen Himmel. Weil sie als einer der unteren Planeten nur am Morgen- oder Abendhimmel sichtbar ist und nie gegen Mitternacht, wird sie auch Morgenstern und Abendstern genannt. Schon mit einem kleinen Fernrohr ist sie auch am Taghimmel beobachtbar, manchmal sogar freiäugig. Doch auch bei Erdnähe lassen sich nur die Wolkenstreifen der äußerst dichten Atmosphäre erkennen. Die Erkundung der Oberfläche erfordert Radar. Das astronomische Symbol des Planeten Venus gilt als stilisierte Repräsentation des Handspiegels der namensgebenden römischen Liebesgöttin Venus"



"Du?", fragte die kleine vis-a-vis im bus, "ist das ein mann oder eine frau?" "Ein mann", erwiderte die frau neben ihr. "Sag deiner grossmutter, das ist falsch", sagte ich. "Das ist meine mutter, nicht meine grossmutter", belehrte sie mich. "Ah ok, ich dachte weil sie so aussieht." Die kleine war irritiert, ihre mutter sprachlos - manchmal machts spass.



"Nicht invasive Untersuchung auf Chromosomenstörungen
Der PraenaTest® ist ein sicherer und schneller nicht invasiver Bluttest (NIPT) zur Bestimmung der fetalen Trisomie 21 (Down Syndrom), Trisomie 18 (Edwards-Syndrom), Trisomie 13 (Pätau-Syndrom), des Klinefelter-Syndroms, Turner-Syndroms, Triple X-Syndroms, und des XYY-Syndroms. Auf Wunsch bestimmt er auch das Geschlecht des Kindes."



Warum die transsexuelle LM. die AFD wählt....

(Quelle: facebooksite vom Verein transsexueller menschen VTSM)
"Warum soll ich helfen die gesundheitliche Situation von Transgender und Trans*Personen verbessern? Ich lehne jede Zusammenarbeit mit diesen Gruppen ab. Mich interessieren nur Transsexuelle und ehemalige Transsexuelle. Aus diesen von mir oben genannten Gründen werde ich mit dem Netzwerk Transsexuelle Gesundheit nicht zusammen arbeiten und auch nicht unterstützen (...) vielleicht sollte ich Geld an die AFD spenden, damit die was gegen Transgender und Trans*Menschen was macht. (...)
Trans* Aktivisten schaden uns aber auch alle Trans*Menschen, deswegen müssen die bekämpft werden. Ich werde die AFD wählen, damit Transgender und Trans*Menschen Normalität erfahren."

 

ad „das trunkene lied“ (nietzsche)
 tiefem traum unsanft entrissen, in den nachhallenden bildern gefangen, finde ich kaum in den tag. mir träumte, wir waren als familie unterwegs in den ferien. plötzlich war ich alleine mit dem motorrad, mich offenbar verfahren. über handy keinen kontakt zu meiner familie, kein netz, und auch die wenigen umher irrenden einwohner_innen konnten mir keine auskunft geben, wo ich war. ein blick in die landkarte war unmöglich, entweder stand sie kopf oder wurde vom winde verweht. plötzlich waren alle virtuell anwesend, auch sie hatten sich verfahren - mit dem auto. wir waren über länder getrennt. kontaktaufnahme nicht möglich. wir waren wie schatten, je im eigenen reich… auf erden präsent, aber getrennt

 

Blue hour
Durchlässig. Jeder gedanke eine emotion. Jedes gefühl ein gedanke. Gegenwart und geschichte überfluten mich. Klavierimprovisationen im ohr. Laut. Wein und weinen. Dünne haut. Rührung. Mich erden, lüften, brennen. Fülle. Leere. Mäandernd im wellental. Alleine aber nicht einsam. Das leben ist schön.



"The Tiger Lillies perform a live 42 minute soundtrack for the Ballad, one continuous piece of music that evolves and underscores the beauty, pain, joy, tragedy and sorrow of relationships and the startling images by Nan Goldin. The Ballad of Sexual Dependency, constantly reedited and updated, began its public life on the club circuit in New York City and has since been shown at museums, galleries, film festivals, and alternative spaces both in the U.S. and abroad, including the Whitney Biennal, the Berlin Film Festival, the Stedelijk Museum in Amsterdam, The Hirschorn Museum in Washington D.C., the Cartier Foundation in Paris, the San Francisco Museum of Art, the Jeu de Paume in Paris, the Philadelphia Museum of Art, the ICA Theatre in London, and the Museum of Modern Art in New York. "I met Nan a few years ago now. She used to come to our gigs in Brooklyn. She then got in touch and showed me her photo collection, the Ballad of Sexual Dependency. For me it was an inspiration. Her work felt so close, the lives of people from urban subcultures, the underground. Non-conformists. People making their own rules, living lives their own way. It reminded me of my own youth, drugs, night clubs, sex, fetishism. Sad photos as well of abuse and self-harm. So I wrote an epic poem on a subject so close to my own experience and youth. It's a piece of music and set of lyrics I love. It's an honour to work with and be inspired by such a great artist as Nan." Martyn Jaques



the times they are a-changing
vor fast einem viertel jahrhundert kauften meine eltern eine ferienwohnung. hoch über engelberg am sonnenhang. war das dorf in nebel gehüllt, genossen wir die letzten abendlichen sonnenstrahlen. ungezählte ferienwochen verbrachten wir dort. als familie, als halbe familie, mit freund_innen. unsere kinder lernten ski fahren. klostermätteli, gerschni, trüebsee, titlis (ja auch die schwarze piste mit den bömps!). ungezählte wanderungen, wir kannten bald jeden stein & jedes murmeli. viele gipfel erklommen, jeden klettersteig bezwungen (gipfelstürmer, gäll lucas!). unvergessliche erlebnisse (den absturz von rebecca im zittergrätli, ja die sicherungen haben göttinnenseidank gehalten). abends zu müde, um den verdammten stutz noch hoch zu steigen, machten wir autostopp. daumen raus. hej das hat irre geklappt. spätestens das dritte auto hielt an, meistens eine fahrerin... jetzt gilts langsam abschied zu nehmen. die wohnung wird bald verkauft. wow, was für jahre, was für erlebnisse, was für erinnerungen. ein generationenwechsel kündigt sich an... partir c'est toujours mourir un peu. Time to say goodbye



Meldung vom 31.1.2017, auch in trans* kreisen stark kritisiert. Doch wie ich schon damals sagte, vielleicht werden wir bald froh sein um sichere(re) öffentliche räume....
"In the last few weeks our federal government has made it clear that minority communities have never been more at risk in America," Kim said. San Francisco needs to do everything it can to stand our ground and be a place of sanctuary, for transgender people, and specifically trans women of color. Hopefully the Compton's TLGB District will be the start of a national movement to protect these communities and their history."
https://www.google.ch/…/san-francisco-reveals-nations-first…

 

Display Magazin
Das soll ein ernst gemeinter rückblick sein? So werden 30 jahre prävention abgenudelt? Hofer als ikone und pia als präventionslady? Wo bleibt andré ratti? Wo bleiben all vielen die toten? Die lighthouses? Die angst, die stigmatisierung, die ausgrenzung von aids-kranken und hiv-positiven, die unvermindert anhält? Sorry das ist ein hohn. Nein schlimmer, das ist die vernichtung eines schwindenden kollektiven gedächtnisses im zeichen von selbststilisierung, boulevardisierung und pseudoglamour. Shame on you all...
Myshelle Baeriswyl aids-hilfe st. gallen-appenzell
Und hier der link zu andré ratti, dem damaligen präsidenten der aids-hilfe schweiz
http://m.srf.ch/…/…/andre-ratti-ueber-seine-aids-erkrankung…

 

cis-passing

Danke yovin barrer für diesen artikel, der die problematik auf den punkt bringt. Es geht letztlich ums passing, nicht mehr als trans* erkannt zu werden. Sprich: um ein cis* passing, wieder ins heteronormative zwangskorsett der zweigeschlechtlichkeit zu passen. Oder um es mit Dr. med. Peter Gabriel, damals Leitender Arzt SPD Uri und mitherausgeber der altdorfer empfehlungen zu sagen: "ich habe nichts gegen trans, herr baeriswyl, pardon frau baeriswyl, aber das problem ist, ihnen sieht mans an."

 

"Das ist die erste transe die ich echt nicht erkannt hätte als transe. Respekt #gntm"
Warum es gerade jetzt besonders wichtig ist, dass sich Trans*Menschen in ihrer ganzen Vielfalt zeigen.
"Transmenschen können erst Erfolg oder eben Respekt verbuchen, wenn sie «passen»; was so viel heisst wie, dass man ihnen ihr «Trans-Sein» nicht ansehen kann. Keine Spur eines einstigen Transitionsverfahrens darf vorhanden sein, um als Transmensch in der Öffentlichkeit Karriere machen zu können. Es gibt keinen Platz für Transfrauen mit Bartstoppel oder Ausbuchtungen im Bikinihöschen und auch keinen für Transmänner mit zierlichen Händen oder breiten Hüften."
https://www.watson.ch/!749443607…


...und wenn "sexuelle orientierung" ein heteronormatives konstrukt wäre?



Unter tränen
Meine mitarbeiterin ruft mich an. Soeben sei eine schülerin nach dem sexualpädagogischen unterricht zu ihr gekommen, um ihr unter tränen zu sagen, dass sie sich noch nie in ihrem körper wohl gefühlt habe - und noch nie habe sie (im unterricht) jmd. so über trans* reden hören. es war ein befreiungsschlag für sie, endlich kamen licht und leben in ihr tief gehütetes geheimnis, in ihr elend. bald werden wir zu dritt zusammen sitzen und schauen wohin ihr weg führt.
Darum habe ich diese sprechstunde initiiert, darum habe ich meine sexualpädagog_innen dahin geführt, vielfalt zu thematisieren. Zu beginn habe ich mich weit hinauslehnen und viel überzeugungsarbeit leisten müssen. Aber es hat sich gelohnt - auch wenn mich nie ganz die angst verlässt, der wind könnte mir eines tages wieder entgegen blasen. Le vent nous portera?



Auch bei der hiv/aids-prävention werden die frauen vergessen - die deutsche aids-hilfe hats gemerkt. Und die aids-hilfe schweiz?
 Von den 80.000 Menschen, die in Deutschland mit #HIV leben, sind circa 15.000 Frauen. Viele von ihnen erfahren erst spät, dass sie #HIV haben. Einige erkranken sogar an #Aids, weil sie nichts von ihrer Infektion wussten. Am heutigen #Frauentag möchten wir euch noch einmal auf unser Dossier „Frauen und HIV“ hinweisen, denn die Themen sind immer noch aktuell!

 

Zum weltfrauentag
Ich wundere mich immer wieder, warum es 3 männer im studio braucht, um ein vergleichsweise einfaches spiel wie männerfussball zu erklären, während in der vorgängigen tagesschau 1 frau genügte für den komplexeren rest der welt.



In der tat, hat aspekte von genitalischem denken und naturalisierung von geschlecht
"Pussys, Pussyhats und Transfrauen
Eine interessante Diskussion in den USA um Ausgrenzung und Reduktion des Weiblichen auf die Vulva. Durchaus bedenkenswert.
Siehe dazu auch das Interview in der taz. die tageszeitung mit Laurie Penny:
"Noch einmal zurück zu den „Pussy Hats“: Transpersonen hatten dazu eine Diskussion angeregt, weil sie die Pussy, also die Vulva, als diskriminierendes biologisches Symbol empfinden." -
"Das war ein interessanter Moment. Am Tag nach dem „Women’s March“ haben Leute gesagt: Ihr könnt keinen „Pussy Hat“ als Protestsymbol haben, das ist transphobisch und ausschließend...".
 (insgesamt ein sehr lohnender Artikel: https://www.taz.de/Laurie-Penny-ueber-feministischen-Pro…/…/ "
https://mic.com/…/how-the-women-s-march-s-genital-based-fem…
Danke an TGNS für Post, Link und Text



Heilige messen IV: wiederverzauberung der welt?
 "... beruhen nicht auf defekten, auf unbeabsichtigten mängeln einer rationalen sozialorganisation, sondern sie sind die antwort auf eine rationalität, die keine existentielle probleme kennt, nicht das abenteuer des bewusstseins und infolgedessen auch keine lösungsmöglichkeiten anbieten kann. Die verkürzte anthropologie einer rational organisierten gesellschaft manifestiert sich in einer devianz vom system, die längst endemische ausmasse angenommen hat. Die rationalitätsstrukturen selbst werden damit zu einem problem. (...) Gegen ihre eigenen prinzipien ist eine rational organisierte gesellschaft religionsproduktiv." G. Schmidtchen, 1979

 

Und wieder ist auch der feminismus schuld....
 "Die Österreicherin Barbara Mangweth-Matzek von der Medizinischen Universität Innsbruck erforscht seit Jahren Körperbildstörungen. Sie gilt als eine der renommiertesten Wissenschafterinnen des «Adonis-Komplexes». Mangweth-Matzek bestätigt, dass immer mehr Männer betroffen sind. Dafür gebe es zwei Hauptgründe. Der erste sei ein marktwirtschaftlicher. Bei Frauen ist der Kosmetik- und Schönheitsmarkt bereits abgegrast, so griff man sich den Mann zur Modellierung. Zweitens macht sie die Emanzipation der Frau dafür verantwortlich: «Seit der Gleichstellung steigt der Druck auf Männer gewaltig, früher musste nur die Frau schön sein. Heute muss der Mann auch etwas für seinen Körper tun.»



Ist gerade vollmond oder sonst eine schlechte gestirnkonstellation? Wer jemals von einer virtuellen agora geträumt hat, sieht sich auf den social media eher mit einem augias-stall konfrontiert. Da trifft leseinkompetenz auf reflexives irrlichtern, geistige kurzschlüsse paaren sich mit logorrhoe, krankhafter narzissmus mit meinungsterror. In der regel faktenfrei, postfaktisch oder frei gelogen. Faschistoide stimmungsmache, geifernder rassismus, hass auf alles und jede_n.
Hätte ich nicht so viele kontakte hier zu wunderbaren menschen, so viele inspirationen durch kluge und differenzierte geister, so viele virtuelle und reale freund_innen, ich würde an der menschheit noch mehr verzweifeln.



14. März 2017: queer lake
Stellt euch vor, ihr müsst für einen Gesundheitscheck nach Zürich. Eine Zumutung. Aber genau so sah es bis vor kurzem für gendervariante, sprich: trans* und gender queere Menschen in der Ostschweiz aus. Es gab kein Beratungsangebot. Gemäss der Eidgenössischen Kommission für Sexuelle Gesundheit (EKSG) braucht es aber für bestimmte Zielgruppen, z.B. Migrant_innen, Menschen mit HIV, LGBTIQ, spezifische, für die entsprechende Gruppe konzipierte Angebote. Mit ihrer Sprechstunde für gendervariante Menschen hat die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in St. Gallen eine wichtige Lücke geschlossen.
Knapp 30 Personen haben dieses Angebot im Jahr 2016 genutzt: telefonisch, per Mail, aber vor allem persönlich. Es waren berührende Geschichten von Menschen, die teils zum ersten Mal mit jemandem über ihre Ängste und Hoffnungen sprechen konnten. Dies in einem diskriminierungsfreien und verständnisvollen Rahmen. Ältere und Jüngere, Eltern mit ihrem Kind, Angehörige, Jugendliche mit einem Elternteil. Viele mit einer langen, versteckten Leidensgeschichte, andere mit aktuellen Problemen und Fragen zu Coming out, Transition, Medizin, Recht, Arbeitslosigkeit, IV, Kassenleistungen oder zu therapeutischer Begleitung.
Mittels einer Triageliste können wir diese Menschen an kompetente therapeutische Fachpersonen in der Region weitervermitteln. Und dank unserer Schweiz weiten Vernetzung mit spezialisierten medizinischen Fachpersonen, mit der Fachgruppe Trans* und dem Transgender Network Switzerland (TGNS), insbesondere auch mit deren Rechtsabteilung, können wir sicherstellen, dass gendervariante Menschen die individuell benötigte fachliche Unterstützung auf ihrer Odyssee im Gesundheitswesen erhalten.
Wie nötig Sensibilisierungsarbeit auf allen gesellschaftlichen Ebenen  ist, hat die im Auftrag von Pink Cross von der Fachhochschule SG durchgeführte Studie „LGBTI und Menschen mit HIV im Alter“ aufgezeigt. Schweiz weit wurden 1327 stationäre Alters- und Pflegeeinrichtungen befragt, 353 haben teilgenommen. Am besten informiert waren sie über die Bedürfnisse von HIV+/aidskranken Klient_innen. Bezüglich der Bedürfnisse von Lesben und Schwulen sowie von bisexuellen Menschen wussten schon weit weniger Bescheid. Nur noch wenige waren informiert über trans* Personen, noch weniger über intersexuelle Menschen. Es besteht Aufklärungs- und Handlungsbedarf.
Links:
http://ahsga.ch/lgbt/trans
https://www.transgender-network.ch/
https://fachgruppetrans.ch
http://www.pinkcross.ch/lebenswelten/sensibilitaet-fuer-lgbti-im-alter


"Soziale Annahmen über Geschlecht und Körper strukturieren den Umgang der Medizin mit Intergeschlechtlichkeit. Erhalten Menschen die Diagnose «Intersexualität», werden möglichst rasch Massnahmen ergriffen, um ihren Körper zu «normalisieren», sie mittels Operationen und Medikamentengabe männlich oder weiblich erscheinen zu lassen. Intergeschlechtliche Menschen gelten medizinisch als krank und korrekturbedürftig. Die operativen Eingriffe werden in vielen Fällen durchgeführt, bevor die Betroffenen einwilligungsfähig sind. Diese Fremdbestimmung über intergeschlechtliche Körper zieht schwerwiegende physische und psychische Folgen nach sich.
Anja Gregor führte von 2009 bis 2014 eine Biographieforschung mit intergeschlechtlichen Menschen durch. Die zentralen Ergebnisse der Studie werden in einem kurzen Vortrag vorgestellt und sollen anschliessend gemeinsam diskutiert werden."

 


In der frage der türkei nach dem willen des diktators erdogans, dem land mit der höchsten mordrate an trans* menschen in europa, um nur ein beispiel zu nennen, bin ich partei. Danke hasnain kazim.
Say her name: hande kader
http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1108810.html

 

Trans* und HIV
„Trans* Menschen dürfen oft nur als Fetisch existieren. Sexarbeit ist dann die einzige Möglichkeit, Liebe zu empfinden und Sex zu haben. Hinzu kommen finanzielle Gründe, denn Transgender werden ja auch auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert.“



"Marina Abramovics

Performancekunst lebt von der Vielfalt. Dabei geht es oft um dasselbe: Verlust, Erinnerung, Schmerz, Vertrauen. Darum, was der Mensch erträgt."
 "14/15 2010 widmete das MoMA Abramovic eine große Retrospektive. Aus diesem Anlass saß sie drei Monate lang reglos und stumm auf einem Stuhl im Museum. Die Besucher konnten sich ihr gegenüber setzen, einer nach dem anderen. Diese Begegnungen provozierten auf beiden Seiten heftige emotionale Reaktionen. Auch ihr langjähriger Lebens- und Kunstpartner Ulay kam. Beide weinten, als sie sich sahen."



Frauenpower
Wiedersehen nach 5 jahren mit EW. ehemalige vorstandsfrau auf der fachstelle für suchtprävention und der einzige mensch, der mich damals bei meinem coming out am arbeitsplatz unterstützt hat. wir lassen diese für uns beide harte und lehrreiche zeit nochmals revue passieren. wir durchleben noch einmal zusammen diese unglaublich verletzenden angriffe und demütigungen, vor allem des damaligen und noch immer amtierenden präsidenten. noch immer sind wir uns einig, selten einem intriganteren, verlogeneren und bösartigeren menschen begegnet zu sein. auch wenn wir damals unseren kampf verloren haben, gehen wir letzlich als siegerinnen hervor. die geschichte ist auf unserer seite - uns gehts gut. Women are marching...



Womens march 2017
Es gilt männliche führungskräfte durch weibliche zu ersetzen. Petra instead of petrus. Götterdämmerung.
Da erlebt die schweiz mit dem womens march die wohl grösste demo seit jahr(zehnt)en, und die tagesschau von srf widmet ihr keine headline und grad mal 15-20 sec sendezeit. Abgeschlossen mit dem statement: ... auch (blabla) mischten sich unter die demonstranten. (Sic!)

 


Moonlight
... und immer wieder dieser geräuschartige, noisige soundtrack, einstellungen wie aus experimentalfilmen, die aufteilung in kapitel wie bühnenakte, suchende dialoge, langsame schnitte, die kamera auf den gesichtern. die überall lauernde gewalt fast physisch spürbar, aber kein schuss fällt - alles weitab von hollywood. Eindringlich.



"Wir haben heute eine derartige Tendenz, alles gleichzumachen. Man kann heute sogar das Geschlecht wählen, es ist nicht mehr biologisch festgelegt. Man wird ja schon bald seinen Kanarienvogel heiraten dürfen. Das Inzesttabu wird diskutiert. Man kann alles wählen, alles ist möglich. Dieser Kulturrelativismus ist schrecklich geworden. Die Wahrheit ist aber, dass wir immer noch arme, bedürftige Wesen sind, die existenziell schlottern. Wir sterben immer noch." Jürg Acklin, Schriftsteller & Psychotherapeut



Wenn ich etwas vermisse...
 ... nach diesen 7 transitorischen jahren und unzähligen sozialen verwerfungen, dann ist es so etwas wie ein privatleben. Man verstehe mich richtig falsch: ich habe mehr als die meisten menschen auf dieser erde - gesundheit, einen tollen job, sauberes wasser und gutes essen, eine schöne wohnung, einen zerstreuten freund_innenkreis... aber kein lebenszentrum. Es erwartet mich niemand wenn ich nach hause komme, ich koche für mich allein, schlafe meist allein, kontakte müssen organisiert werden, und ich reise ungern allein. Also wohin mit den ferien? Nach über 25 beziehungs- und familienjahren habe ich mich noch immer nicht daran gewöhnt: to be on my own like a rolling stone.

 

Plattform10 in herisau, thema vielfalt
 In meinem workshop zu geschlechtervielfalt anwesend auch der für die unterzeichnung der leistungsvereinbarung meiner fachstelle mit dem kanton AR zuständige landammann. Der war offenbar so begeistert, dass er seine anschliessende rede vor grossem publikum spontan über den haufen warf und aus meinem workshop berichtete. Hey wie cool ist das denn?



„Nichts ist so unerträglich für den Menschen, als sich in einer vollkommenen Ruhe zu befinden, ohne Leidenschaft, ohne Geschäfte, ohne Zerstreuung, ohne Beschäftigung. Er wird dann sein Nichts fühlen, seine Preisgegebenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere. Unaufhörlich wird aus dem Grund seiner Seele der Ennui aufsteigen, die Schwärze, die Traurigkeit, der Kummer, der Verzicht, die Verzweiflung.“ Blaise Pascal



"Schweden:

Entschädigungszahlungen für Transpersonen, die sich für ihre Personenstandsänderung zwangsweise sterilisieren lassen mussten.
Wer in Schweden zwischen 1972 und 2013 zwangweise Unfruchtbarkeit für die Personenstandsänderung als Transperson nachweisen musste, darf nun auf eine Entschädigung von umgerechnet 28'500 SFr. hoffen. Dies betrifft etwa 800 Personen. Einer Gruppe von Betroffenen ist dies aber nicht genug und sie klagen eine weit höhere Summe ein.
2013 war der durch das schwedischen Trans*-Gesetz vorgeschriebene Sterilisationszwang mit der Begründung gefallen, dass er gegen die Menschenrechte verstosse.
In der Schweiz werden zwar die Fälle immer seltener, in denen Richter_innen den Nachweis der Unfruchtbarkeit durch eine Operation verlangen. Sehr verbreitet ist jedoch der Nachweis einer länger andauernden und somit irreversiblen hormonellen Behandlung. Doch führt auch diese meist zur Unfruchtbarkeit und somit zum Verlust der natürlichen Reproduktionsmöglichkeiten.
http://www.pinknews.co.uk/…/sweden-to-offer-26000-compensa…/"
Dank an tgns für link und head



The price of visibility - and the profit #tdov
Nach 48 jahren unsichtbarkeit, innerer kämpfe und zerrissenheit ende 2009 erste zaghafte sichtbare zeichen. Herbst 2010 coming out: visibility 24/365. 2011 arbeitskampf, gerichtsverfahren, verlassen der familie, offizielle trennung. 2012 das totale grounding: kein job, kaum noch geld, soziales umfeld erodiert, einsamkeit & verzweiflung, suizidgedanken. 2013 das jahr der ambivalenz: scheidung, aber wieder job, kampf um berufliche anerkennung und respekt. Ab 2014 gings langsam aufwärts, wenn auch nicht in jeder beziehung, aber zurück im leben. Das urvertrauen zwar weg, das wissen um die brüchigkeit (m)einer existenz stets präsent, doch die persönliche bilanz wieder positiv. Just walking in my shoes



"Yesterday, the parliament of Valencia passed the "Ley Integral de Identidad de Genero" which recognises that self-determination of gender identity is a human right. The law guarantees the self-determination of gender identity for those who identify with a gender different to the one assigned at birth.
Among other things, there are no medical or psychological requirements for legal gender recognition, conversion therapy and discrimination on the grounds of gender identity and gender expression are prohibited, and the law regulates the rights of trans children in the fields of healthcare and education.
What a perfect start to the Transgender Day of Visibility!
#TDoV #TransVisibility



Ich werds nie wirklich verstehn...
...dass man 25 gemeinsame lebensjahre verbringt, durch alle höhen und tiefen geht, hochzeiten und feste, tode und abdankungen, geburten, frühgeburt, totgeburten und abtreibung - und innert wochen bis monaten ist alles nichtig. geschichte. Bis dass der tod uns scheidet? Omg das schafft schon das leben.



"Dreiundzwanzig queere Menschen wurden in den ersten 27 Tagen dieses Jahres in Brasilien ermordet, was eine gerade veröffentlichte und schockierende Statistik der Gay-Group of Bahia (GGB) zeigt. Demnach wird in Brasilien alle 25 Stunden, mindestens eine LGBTI*Q Person ermordet."



@lenz
Den 20. ging Lenz durch's Gebirg. Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die Täler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen. Es war naßkalt, das Wasser rieselte die Felsen hinunter und sprang über den Weg. Die Äste der Tannen hingen schwer herab in die feuchte Luft. Am Himmel zogen graue Wolken, aber Alles so dicht, und dann dampfte der Nebel herauf und strich schwer und feucht durch das Gesträuch, so träg, so plump. Sie ging gleichgültig weiter, es lag ihr nicht's am Weg, bald auf- bald abwärts. Müdigkeit spürte sie keine, nur war es ihr manchmal unangenehm, daß sie nicht auf dem Kopf gehn konnte. Anfangs drängte es sie in der Brust, wenn das Gestein so wegsprang, der graue Wald sich unter ihr schüttelte, und der Nebel die Formen bald verschlang, bald die gewaltigen Glieder halb enthüllte; es drängte in ihr, sie suchte nach etwas, wie nach verlornen Träumen, aber sie fand nichts. Es war ihr alles so klein, so nahe, so naß, sie hätte die Erde hinter den Ofen setzen mögen, sie begriff nicht, daß sie so viel Zeit brauchte, um einen Abhang hinunter zu klimmen, einen fernen Punkt zu erreichen; sie meinte, sie müsse Alles mit ein Paar Schritten ausmessen können. Nur manchmal, wenn der Sturm das Gewölk in die Täler warf, und es den Wald herauf dampfte, und die Stimmen an den Felsen wach wurden, bald wie fern verhallende Donner, und dann gewaltig heran brausten, in Tönen, als wollten sie in ihrem wilden Jubel die Erde besingen, und die Wolken wie wilde wiehernde Rosse heransprengten, und der Sonnenschein dazwischen durchging und kam und sein blitzendes Schwert an den Schneeflächen zog, so daß ein helles, blendendes Licht über die Gipfel in die Täler schnitt; oder wenn der Sturm das Gewölk abwärts trieb und einen lichtblauen See hineinriß, und dann der Wind verhallte und tief unten aus den Schluchten, aus den Wipfeln der Tannen wie ein Wiegenlied und Glockengeläute heraufsummte, und am tiefen Blau ein leises Rot hinaufklomm, und kleine Wölkchen auf silbernen Flügeln durchzogen und alle Berggipfel scharf und fest, weit über das Land hin glänzten und blitzten, riß es ihr in der Brust, sie stand, keuchend, den Leib vorwärts gebogen, Augen und Mund weit offen, sie meinte, sie müsse den Sturm in sich ziehen, Alles in sich fassen, sie dehnte sich aus und lag über der Erde, sie wühlte sich in das All hinein, es war eine Lust, die ihr wehe tat; oder sie stand still und legte das Haupt in's Moos und schloß die Augen halb, und dann zog es weit von ihr, die Erde wich unter ihr, sie wurde klein wie ein wandelnder Stern und tauchte sich in einen brausenden Strom, der seine klare Flut unter ihr zog. Aber es waren nur Augenblicke, und dann erhob sie sich nüchtern, fest, ruhig als wäre ein Schattenspiel vor ihr vorübergezogen, sie wußte von nichts mehr. Gegen Abend kam sie auf die Höhe des Gebirgs, auf das Schneefeld, von wo man wieder hinabstieg in die Ebene nach Westen, sie setzte sich oben nieder. Es war gegen Abend ruhiger geworden; das Gewölk lag fest und unbeweglich am Himmel, so weit der Blick reichte, nichts als Gipfel, von denen sich breite Flächen hinabzogen, und alles so still, grau, dämmernd; es wurde ihr entsetzlich einsam, sie war allein, ganz allein, sie wollte mit sich sprechen, aber sie konnte, sie wagte kaum zu atmen, das Biegen ihres Fußes tönte wie Donner unter ihr, sie mußte sich niedersetzen; es faßte sie eine namenlose Angst in diesem Nichts, sie war im Leeren, sie riß sich auf und flog den Abhang hinunter. Es war finster geworden, Himmel und Erde verschmolzen in Eins. Es war als ginge ihr was nach, und als müsse sie was Entsetzliches erreichen, etwas das Menschen nicht ertragen können, als jage der Wahnsinn auf Rossen hinter ihr. (Georg Büchner)



„Man kann die Welt nicht in Schafe und Ziegen einteilen. Nicht alle Dinge sind schwarz oder weiß. Es ist ein Grundsatz der Taxonomie, daß die Natur selten getrennte Kategorien aufweist. Nur der menschliche Geist führt Kategorien ein und versucht, die Tatsachen in getrennte Fächer einzuordnen. Die lebendige Welt ist ein Kontinuum in all ihren Aspekten. Je eher wir uns dessen in bezug auf menschliches Sexualverhalten bewußt werden, um so eher werden wir zu einem wirklichen Verständnis der Realitäten gelangen.“ Alfred C. Kinsey 1948 (sic!)



"Die „Besorgten Eltern“ müssen also nicht das letzte Wort haben. Jedenfalls sollte man ihnen erklären, dass ein progressiver Aufklärungsunterricht, der die Vielfalt von möglichen Selbstkonzepten und Begehrensformen thematisiert, anstatt sie zu leugnen, gerade nicht zwangssexualisiert. Er kann vielmehr helfen, sich in Toleranz zu üben und in einer sexuell diversen Welt einen Platz zu finden."



"Sexualität und Wahrheit" (Foucault)
wer sich über die aktuellen diskurse zu sexualität und ihren beziehungen zu macht etwas klarheit verschaffen möchte, kommt um den begriff des "sexualitätsdispositivs" von michel foucault nicht herum.
Die Verfügungsmacht über den weiblichen Körper (Medikalisierung, Pille, Abtreibung, Kleidung...)
 Die Pädagogisierung des Kindes (Masturbation, Neugier, "Doktorspiele", Entsexualisierung vs. "Frühsexualisierung"...)
 Die Sozialisierung des Fortpflanzungsverhaltens (Familienplanung, Heteronormativität, Geburtenregelung, Volksgesundheit...)
 Die Psychiatrisierung der Lüste (Perversionen, Pathologisierung, Klassifizierung und Korrektur)
Im zentrum der anreiz zu diskursen, das reden über den "sex": kirchliche beichte, juristisches verhör, ärztliches gespräch, psychotherapeutische befragung, behördliche auskunft, partnerschaftlicher treue-eid...
Sex wird überall vermutet (Freudsches Erbe): für die einen der grund ihn zu unterdrücken, für die anderen ihn zu befreien. zwei seiten der gleichen medaille.



Morgens 7 uhr im bus
Er, ca. 20, mustert mich schon beim einsteigen mit grossen augen. Ich setze mich innerlich schmunzelnd neben ihn.
 Wie gahts? fragt er.
 Gut, antworte ich.
 Was machsch?
 Zeitung lesen.
 Ah, ok, bist du eine tranny?
 Trans* frau, nicht tranny, ok?
 Ah ok, sorry.
 Und du bist cis* mann?
 Cis*?
 Genau, ich bin trans*, wir nennen euch cis*. Das ist ähnlich wie homosexuell oder heterosexuell. Die einen sind so, die anderen so.
 Ah ok. Wo gibts partys, wo man euch treffen kann, fragt er weiter. Hast du mir deine adresse?
 Ach weisst du, antworte ich, ich steh auf frauen, nicht auf kleine jungs.
 Er ist enttäuscht und leicht verwundert.
 Beim aussteigen schaut er, immer noch mit grossen augen, noch einmal zu mir zurück.
Morgens um 7 uhr - frühaufklärung.



Gay radar? Alarmglocken? Kommt mir aktuell grad extrem schräg rein. Tschetschenien? Blick redaktion, schon was gehört? Gopfertamisiech
Bei Dragqueen Gossipa (30) läuten angesichts der heute veröffentlichten Porträtfotos die Alarmglocken. «Hier kämpfen mindestens drei Schwule mit», glaubt sie. Am klarsten sei das bei Productions Controller Daryl (32, ZH), der einen mit Blumen übersäten Anzug trägt. «Kein Hetero-Mann steckt seine Hände so in die Hose», sagt sie. «Da schlägt mein Gay-Radar aus!»



"Pascale Navarra von Queeramnesty schätzt die Gefahr von Übergriffen, Diskriminierung, Mobbing und körperlicher Gewalt gegenüber LGBT-Flüchtlingen als sehr gross ein. «Die Toleranz gegenüber Homosexualität ist bei vielen Flüchtlingen sehr gering, oft werden religiöse oder moralische Haltungen im Exil noch stärker empfunden und gelebt», sagt sie gegenüber watson. Sehr viele Asylsuchende, die von Queeramnesty betreut werden, erleben regelmässig schwierige und zum Teil gefährliche Situationen in ihren Unterkünften, sagt sie. Transmenschen seien all dem noch viel mehr ausgesetzt, da sie den gängigen Rollenmustern in keiner Weise entsprechen."



"There are degrees of outing someone, but in general, it involves "exposing someone’s lesbian, gay, bisexual, or transgender identity to others without their permission," according to the Human Rights Campaign glossary."
"Outing someone non-consensually could put them at risk of violence, and is a form of violence itself," says Eli Erlick, director of Trans Student Educational Resources (TSER)."
 Und das gilt auch für den Blick am abend und gossipa alias lou limacher. This is violence, not a game...



Auf Nadeln
Interview mit 20 min, Aufhänger Diskriminierung von LGBT. Bin gespannt, was sie mit der Fülle an Infos meinerseits und unserer Fachstelle machen. Und ob sie das Versprechen halten, Kommentarfunktion zu sperren oder als Hochrisiko einzustufen und keine ungelesenen Kommentare veröffentlichen.
Und hier meine antwort gegen eine veröffentlichung in einem kasten für betroffene in 20min:
Herr thelitz
Nein, das ist nicht ok. Ich habe ihnen im rahmen meiner fachlichen auskünfte ein paar wenige beispiele gegeben aus meinen persönlichen erfahrungen.
Die fachauskünfte lassen sie weg, die persönlichen fassen sie in einen stigmatisierenden kasten. Danit reduzieren sie mich als mensch, als frau und als fachperson auf ein paar biographische anekdoten. Ich habe von medialer diskriminierung von trans* gesprochen: hier ist sie.
Nein, dafür gebe ich ihnen kein ja zur veröffentlichung. Nein niemals.
Und übrigens: ein satz wie "ich kam als mann zur welt" kam und kommt nie über meine lippen. Wir werden als babys geboren.
Schade, ich dachte sie hätten mich verstanden.
Gruss myshelle baeriswyl
So, nach 5. mail seitens 20min heissts: ich hätte eine chance verpasst und ich müsse sie nicht belehren, wie sie journalistisch arbeiten sollen. Interessant oder, dass die journis auch noch selber entscheiden, was transphob ist und wie wir uns darstellten sollten. Als opfer von diskriminierung genehm, als fachperson nicht gefragt. Irre sowas. Ende amen



"Not all transgender people desire “medical transition”—hormonal or surgical therapy to achieve the physical traits of the gender with which they identify. In a 2015 study conducted by the National Center for Transgender Equality (NCTE), 22 percent of transgender people did not aspire to take hormone therapy. Twenty-seven percent of trans men didn’t want or weren’t sure if they wanted chest reduction, or “top” surgery, and 55 percent of trans women didn’t want or weren’t sure if they wanted vaginoplasty, or “bottom surgery.”



Planet romeo
Online portal für männer, die sex mit männern suchen. Viele definieren sich aber explizit als heti, sind verheiratet oder in beziehung mit einer cis* frau, suchen aber den sexuellen kontakt zu trans* frauen (wording: transen, shemale, ladyboys...). Warum?



Görecki: First recording
"This first recording is from 1978, long before this work became well-known. It is a pure polish, authentic performance, by far more raw and intense as the more polished western recordings normally are."

 


Transgender history (vgl. Susan stryker) - ja wir haben eine geschichte. Und wir täten gut daran, uns mit dieser zu befassen, statt sich medial narzisstisch-stereotyp als erste_r zu inszenieren.

 

Beziehungen sind wie kinos
 Luxuriös-glänzender, viel versprechender eingang, nach filmende gehen die seitentüren in die dreckig-finsteren hinterhöfe mit den abfallkübeln auf... abgang.



"Die Mainstream-LGBT-Bewegung aber hat diesen biologischen Essentialismus – dass unsere sexuelle Orientierung angeboren ist – mit der Schwulen- und Lesbenbewegung kurzgeschlossen. Und zwar so erfolgreich, dass jeder, der einwendet, dass Sexualität komplizierter sein könnte, sofort als homophob oder von Selbsthass zerfressen gilt oder als Befürworter der Idee, dass man Homosexuelle in irgendeiner Weise heilen kann oder muss. Was wir wissen, ist, dass diese biologische Sichtweise sehr männerfokussiert ist. Frauen sind seit Jahrhunderten dafür bekannt, dass sie eine fluide Sexualität haben und sowohl Männern als auch Frauen zuneigen können. Zu behaupten, man sei als das eine oder andere geboren, ist einfach nur sexistisch." Enough is enough

 

Wir schreiben das Jahr 2017
Die Psychiatrie Baselland thematisiert die Geschlechter-Frage. Symposium: Die Frage nach dem Geschlecht. Unterschiede, Zuschreibungen, therapeutische Folgen. Meine Mail an die Veranstaltenden nach Erhalt des Flyers:
"Sehr geehrte Frau XY
Soeben habe ich das Programm zu ihrer Tagung „Die Frage nach dem Geschlecht“ erhalten – allerdings mit leichtem Befremden.
Zum einen der Titel: Geschlecht im Singular. Eigentlich sollte es längst auch in psychiatrischen Kreisen durchgesickert sein, dass Geschlecht vielfältig ist. Also warum nicht offen und wegweisend: Die Frage nach den Geschlechtern. Oder gar: Die Vielfalt der Geschlechter.
Zwar wird im Text dann kurz auf die Fragwürdigkeit der Geschlechterdichotomie eingegangen und Intergeschlecht-lichkeit erwähnt. Bloss ist Intergeschlechtlichkeit keine Lebensform, sondern einfach eine der ungezählten geschlechtlichen Varianten.
Besonders störend empfinde ich aber, dass unter den Refe-rent_innen dann einfach cis-geschlechtliche „Expert_innen“ vertreten sind, aber keine trans* oder inter* Fachpersonen.
Wir von der Fachgruppe Trans* arbeiten längst inklusiv. Immerhin rund 15 % der Fachleute in unserer Gruppe sind gendervariant. Vgl. www.fachgruppetrans.ch"
Mit freundlichen Grüssen
Myshelle Baeriswyl
Dr. phil. Psychologin & Sexualpädagogin

 

"Eine neue Generation bringt das traditionelle Geschlechterkonzept zu Fall
Im 2015 publizierten Bericht der grossen US-Transgender-Umfrage mit 28'000 Teilnehmenden gaben mehr als ein Drittel an, sie seien nicht-binär/genderqueer.
Auch immer mehr Kinder und Jugendliche finden, dass die engen Geschlechterboxen für sie nicht passen, dass non-binar, agender oder genderqueer ihre geschlechtliche Zuordnung am besten beschreibt.
Sehr erhellender Artikel mit vielen Links!
Eine frisch herausgekommene US-Studie sagt: "Young people today are more accepting of LGBTQ people than ever before. And as acceptance has grown in this country, so too has the number of young people who describe themselves as LGBTQ." TGNS
 (https://www.glaad.org/…/2017_GLAAD_Accelerating_Acceptance.…)
http://www.npr.org/…/52…/a-new-generation-overthrows-gender…

 

NZZ folio "vom ende der geschlechter"
Thema komplett verfehlt. Selbst das (an sich gute) interview mit heinz-jürgen voss dreht sich mehrheitlich um sexualität, nicht um geschlecht(sidentität). Geschlechtsentwicklung fehlt komplett, ebenso kulturvergleiche. Auch Gendervarianz oder geschlechtervielfalt sind nicht thematisiert, ebensowenig Intersex* (ausser verkürzt im glossar). Die meisten texte belanglos, von cis- und heteronormativen personen geschrieben oder bzgl. Gender studies manisch ideologisch verengt (reto u. Schneider). Ein infokasten zu organisationen und beratungsstellen fehlt. Ebenso hinweise auf (wissenschaftliche) literatur, filme und wissenschaftliche untersuchungen, diskriminierungen, helplines und morde TMM. Genderdiverse menschen werden als ornament mit ästhetisierenden foto und kurztext missbraucht. Der entpolitisierte, biographisierte, exotisierende, reduktionistische und individualisierende blick auf queere individuen zur bestätigung der binären cis-heteronormativität. Das hat system, denn sie wissen was sie tun.



Kluges Interview. Danke Franziska Schutzbach.
"Ich denke, wir können das Problem der sexualisierten Gewalt nur angehen, wenn wir auch grundlegend über Sexualität und Geschlechterstereotype nachdenken."
 "...ich denke, dass das Gewaltproblem damit externalisiert wird – monströs sind immer die anderen. Dadurch wird verhindert, darüber nachzudenken, inwiefern Gewalt nicht der Ausnahmezustand, sondern die Normalität ist und bei uns allen als Möglichkeit angelegt. Genauso, wie Verletzlichkeit für alle Menschen gilt."

 

Am airport.
Er: hi weisst du welche zeit wir haben?
 ..........
 Er: ist warm heute....
 ..........
 Er: hübsch siehst du aus!
 ........
 Er: hast du einen freund?
 ..........
 Er: wohnst du hier?
 .........
 Er: ich wohne in glattbrugg...
 Ich: ah ok dann sehen wir uns jetzt ja öfters. Tschüss



Yes! Danke manuel
 "In den letzten Jahren waren aus meiner Sicht die Berichte über trans* Personen in den Medien zu reduziert auf das Körperliche. Am Ende wurden trans* Menschen sogar mit der Kamera bis auf den OP-Tisch verfolgt, um zu zeigen, wie und was an Genitalen operiert wird. Ich sehe keine Bereicherung für cis Menschen darin. Es dient lediglich einem niederen Sensationsdrang als der echten Aufklärung."



"In Mitteleuropa steht die Schweiz in Sachen Sterilisationszwang / Unfruchtbarkeit für die Änderung des amtlichen Geschlechts fast ganz alleine da....
 Doch durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, das diese Forderung verbietet (https://www.transgender-network.ch/…/zwangssterilisationen…/), wird sich das allerdings auch in der Schweiz bald ändern müssen.
Mehr Infos von TGEU - Transgender Europe hier: http://tgeu.org/trans-rights-map-2017/
 http://tgeu.org/wp-content/uploads/2017/…/Map2017-online.png" (tgns)



Loos

Vortrag zu gendervarianz bei einer katholischen lesbischen frauengruppe. Herzlicher empfang, grosses interesse, offene ohren und 3 stunden intensiven dialog. Anschliessend gemeinsames abendessen und persönliche gespräche.
Ihr wart wunderbar liebe frauen* - danke für diese bereichernde erfahrung. Ja sie bewegt sich, diese kirche, dank euch!



"Es wäre schön, wenn Menschen einfach akzeptieren würden, dass es auch ganz unterschiedliche Stimmen gibt", sagt Lena. "Und dass, wenn eine Stimme von einer Frau verwendet wird, es auch eine weibliche Stimme ist. Egal, wie sie klingt."



...und plötzlich melden sich wieder leute, von denen ich über 7 jahre nichts gehört habe. Wo wart ihr 2010-13?



Liebe c.
Letzten sommer hast du mich eingeladen zum dinner. Einen abend lang haben wir geredet und du warst voller freude und hoffnung auf den umzug. Im märz diesen jahres haben wir uns zum letzten mal gesehen. Du warst müde und gezeichnet von der erneuten chemo. Deine letzte mail an mich habe ich aufbewahrt: "Liebe Myshelle, Du Schatz!
Vielen Dank für Deine guten Wünsche! ICh fühlte mich schlecht gestern, da freut es mich besonders, dass Du mir schreibst. Ich bin auf dem Weg aufwärts. Dir wünsche ich schöne Frühlingstage!" Leider gings nicht aufwärts. Aber du wirst immer in meiner erinnerung bleiben. Selten bin ich einem so offenherzigen, sensiblen und herzensguten menschen begegnet. Wir vermissen dich, auch in der fachgruppe trans. Traurig, myshelle

 

 

songs & stories 1
bretagne, finistère, pointe du raz. sommer 2014. wir liefen der abendsonne, dem ende der welt entgegen. tiefe klippen, das wogende meer, nur noch wenig touris. wir sassen auf den felsen, im wind, in der sonne. auf dem rückweg im auto joe henry hörend. amor, auch den song scar. dinner in audierne am hafen. wir waren innig und glücklich. eine art flitterwochen. nur wir zwei. amor. ein jahr später. wieder sommer, wieder bretagne. aber irgendwo blieb bei dir amor auf der strecke. und mir blieben scars.

 

denis johnson R.I.P.
 "Johnsons Romanlandschaften waren abenteuerliche Gebiete: Einsame Wälder, in denen sich Versprengte umhertreiben, deren eigene Visionen sie selbst erschrecken. Die neblige Küstenlandschaft Nordkaliforniens. Das Land nach einer Atomkatastrophe wie in Fiskadoro. Oder auch eine zivilisatorische Müllhalde. Gottsucher in einer gottlosen Welt, Esoteriker, Junkies, Freaks, Spinner, kurz: Menschen, die aus der Bahn geworfen wurden oder sich in einer gänzlich fernen Bahn befinden – das waren die Orte und die Figuren dieses Schriftstellers."



In a sentimental mood
Zurück von einer würdigen abdankung eines wundervollen menschen. Gewitterwolken ziehen auf. Eine amsel singt. EST füllen den raum. Auch esbjörn viel zu früh verstorben. Vakuum, voller emotionen.

Kein wort. Kein gespräch. Im echolosen gedankenraum. Stilles zwiegespräch. Wie ein Sog. Nichts fehlt. Jeder laute satz eine störung. Silence. In ruhe - mit mir. Mit der welt.

Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
 und er verarmte mir in den Armen
 und wurde klein, und ich wurde groß:
 und auf einmal war ich das Erbarmen,
 und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben, -
 und er ließ mir das Nahe, daraus er entschwand;
 er lernte das Schweben, ich lernte das Leben,
 und wir haben langsam einander erkannt...
 R.M.Rilke



Fuck cis men
Langes wallendes sommerkleid, tief geschnitten, lange rote haare, leicht geschminkte augen, rote lippen. Stiefeletten. "Hi rino", begrüsse ich ihn. "Und du bist der?" erwidert er.....
Später diskussion über geschlechtsrollenwechsel in thailand. "Wär doch cool, so ein geschlechtswechsel für ein gewisse zeit", meint rino. Ich klinke mich aus diskussion aus und geh nach hause. Fickt euch mit euren phantasien cis heti männer...



"Social media give me the illusion to be a part of the world" (oscar wilde)



"Berrios is the 13th transgender individual killed in 2017, the 12th trans woman and the 11th trans woman of color. The epidemic of violence against transgender Americans shows no sign of letting up, and advocates fear this year’s death toll may surpass 2016’s horrifying record of 27. The National Coalition of Anti-Violence Programs counts 21 homicides, because some of the victims were not a result of homicide or not related to hate violence."



Sommer
Wie alle jahreszeiten sprachlich männlich, ist der sommer der korrupteste geliebte. Ein falscher hund. Mogelpackung. Von der werbung bis in die feinsten synaptischen verknüpfungen vereinnahmt, lässt er kaum noch eigenbilder & eigenleben zu. Das coca-cola-lächeln als hässliche fratze. Sea, sunshine & fun. Shiny happy people. Die jährliche suizidrate erreicht ihren peak. Die diskrepanz zwischen innerer dunkelheit und der helligkeit der tage als zerreissprobe. Die sommerlichen versprechen des lebens - die du nonstop verpasst. Be part of it - oder du verwirkst dein leben. Bilanz immer negativ. Hochdruck. I'm off, see you in autumn.

 

Hitze?
Ich erinnere mich: wir fuhren morgens in san diego los. Gen osten richtung pine valley. Kurz vor der wüste tankstopp. Backofenhitze. Über 45 grad celsius. Irre. Dann durch deserts nordwärts. Kurze zwischenhalte bei sengender hitze. Glut. Flucht zurück in den klimatisierten wagen. Unbeschreiblich. Gegen abend in palm springs. Palmen, rasen und üppiges grün mitten in der wüste. Motelsuche, runter gekühltes zimmer, eisapparate überall. Hoch mit luftseilbahn auf mt. san jacinto. Rundblick wie in schweizer bergen. Tief unten die der wüste teuer abgerungenen siedlungen. Flimmernde lichter, unbekannte düfte, die luft flirrend. Zum abendessen sirloin-steak, baked potatoe, salad und roter zinfandel. Heaven? Zurück im motel gegen mitternacht. Ab in den swimming pool. Angenehme 30-35 grad. Mitten in der wüste. What a feeling. I will never forget this day. It was magic.



Grippe
Fünf tage krank, praktisch alleine zuhause und alle vorräte haben gereicht: zigis, bier, wein, vodka, kaffee, food. Selbst ist die frau. Dank an valentina für milch und zigi papierli. You saved my life.



Happy day
Auf der fachstelle drei bewerbungsgespräche geführt und es zeichnet sich eine nachfolgelösung für ein wichtiges ressort ab. Dazwischen zwei tolle ferienhäuser in der bretagne ende juli/anfang august direkt am meer gebucht. Le conquet & plovan - je reviens.



"The School Report

The experiences of lesbian, gay, bi and trans young people in Britain’s schools in 2017
Neue Studie aus England zu LGBT-Jugendlichen und Kindern in der Schule mit beunruhigenden Resultaten aus Trans*-Sicht:
- Fast die Hälfte aller trans* und geschlechtsvarianten Kinder hat einen Suizidversuch unternommen.
- Vier von fünf trans Kindern und Jugendlichen haben sich schon selbst verletzt.
- Fast die Hälfte der Kinder sagt, dass ihre Lehrer nicht wissen, was trans* bedeutet, eine von drei Lehrpersonen ist nicht in der Lage, den neuen Namen des Kinds zu verwenden.
- Mehr als die Hälfte der Kinder darf nicht die für sie richtige Toilette benutzen.
Wie sieht es in der Schweiz aus? Warum gibt es hier (noch) keine entsprechenden Untersuchungen?" (TGNS)
PDF der Studie: http://www.stonewall.org.uk/…/fi…/the_school_report_2017.pdf
http://www.pinknews.co.uk/…/nearly-half-of-transgender-sch…/

 

Im schreiben zu haus
Zur sprache finden. Es dauerte lange. Schulische aufsätze waren mir ein gräuel. Scheitern vorprogrammiert. Kein selbstbewusstsein, zuviele plüschige adjektive, kaum bewegende verben, substantive ohne substanz, weder ziel noch aussage. 15 jahre texte korrigieren und lektorieren verhalfen mir zur sprache. Und lesen. Lesen. Lesen. Wer nicht liest, wird nie schreiben können. Zur sprache finden heisst lesen. Soviel zu den narzisstisch-selbstgefälligen diletant_innen, die meinen, schreiben käme aus dem bauch.
Wozu schreibe ich das? Ich bin kürzlich hier auf fb auf einen ambitiösen text gestossen, der gnadenlos scheitert. Aber aus jedem noch so verhauenen text - so bin ich überzeugt - lässt sich etwas machen. Zumindest etwas anderes eigenes.
Experiment: wer lust hat, der_dem schicke ich den ausgangstext zu. Ihr überarbeitet ihn und schickt ihn mir zu. Am schluss haben wir viele variationen über einen text. Vielfalt.
Wär doch was fürs tagimagi, attraktiver als der arsch von kardashian wärs allemal.



Fremdschämen
 Unmittelbar hinter mir in den zug steigend, setzte er sich ins abteil daneben. Ungepflegt, stoppelbart, miserabel gekleidet. Sein handy zückend, erzählte er lautstark seine lebensgeschichte. Drogenkarriere, iv-bezüger, beiständin, kesb, begleitetes wohnen. "Alles arschlöcher", sein kommentar.
 Billettkontrolle. GA schon lange ungültig. Die zugbegleiterin klar, aber wohlwollend. Sie könne zu ihm in einen schminkkurs kommen, er sei profi, sagte er, und zeigte ihr ein bild von sich - als frau. Sie reagierte cool: "das ist nicht mein ding - dafür kann ich fliesen legen. Auf wiedersehen frau xy."
 Wieder am handy, erklärte er unüberhörbar, bei der sbb schon tausende von franken schulden zu haben, vornamen sei geändert, er dürfe eigentlich nur noch in frauenklamotten unterwegs sein, alle haben ihn verlassen, er bekomme seit kurzem hormone und habe weder erektion noch samenproduktion, operationen stünden an...
 Beim aussteigen bedanke ich mich bei der zugbegleiterin für ihr respektvolles verhalten. "Ach wissen sie, ich liebe menschen, und dieser ist in not", antwortete sie. Ich dagegen schäme mich fremd - und stosse an die grenzen meiner toleranz.



Ich schau ins licht (esther ofarim)
Ich schau ins Licht
 Ich spür die Sonne
 Ich fühl Deinen Schatten
 Und empfinde Trauer
 Ohne ein Wort
 An einem Tag
 Wie heute
 Es ist die Zeit,
 Die mich verwirrt,
 Die mir kein Atem lässt

Ich schau ins Licht
 Ich fühle Dich
 Ich spür deinen Atem
 Und empfinde Sehnsucht
 Ohne ein Wort
 An einem Tag
 Wie heute
 Es ist die Zeit,
 Die mich verwirrt,
 Die mir kein Atem lässt

Ich schau Dich an
 Berühre Dich
 Spür deine Nähe
 Und fühl mich frei
 Ohne ein Wort
 Denn Du bist da
 Es war die Zeit,
 Die mich verwirrt,
 Die mir kein Atem liess



Seltsamer traum
Wir hatten die steilheit des geländes gewaltig unterschätzt. Während ältere menschen die in fels und wiese gehauenen stufen scheinbar mühelos runter stiegen, kamen wir kaum hoch. Unter unseren füssen ein schwindel erregender abgrund. Auf der hochebene angekommen, tauchten wir durch einen höhlen ähnlichen eingang in einen tiefen talkessel ein. Umringt von schier unendlich hohen, senkrechten felswänden, flankiert von riesigen tiefgrünen nadelbäumen, bot sich uns ein überwältigendes farbschauspiel. Die felswände in violett, rot und gelbtöne getaucht, letzte sonnenstrahlen erleuchteten die fernen baumwipfel. Darüber wölbte sich ein sternen übersäter tiefschwarzer nachthimmel. Ich schaute hoch, überwältigt, die tränen flossen. Es war paradies und himmel zugleich. Menschenleer.



Judith Butler

"Doch in fast jedem kulturellen Kontext kommt die Frage auf, ob eine geschlechtliche Festlegung Vorbedingung für kulturelle Teilhabe ist. Muss jemand als Mädchen oder Junge etabliert sein, um in einer bestimmten Kultur verständlich oder erkennbar zu werden? Einige indianische Kulturen haben das Konzept eines dritten Geschlechts. Oder mancherorts bestehen Kategorien für hermaphroditische Menschen. Eine Frage, die mein Buch aufwarf, ist, ob wir im vorherrschenden Gesellschaftsmodell von jemandem eine lesbare geschlechtliche Identität verlangen, um sie oder ihn als Menschen anzuerkennen. Damit wird die Geschlechtsidentität zu einer kulturellen Voraussetzung für das Menschsein." Judith Butler



Wolken türmen sich auf. Leichte donner verhallen. Vereinzelte schwere regentropfen prasseln nieder, trommeln auf die sonnenstore und verdampfen auf dem asphalt. Es riecht nach sommer... und kindheit. Das kleine gewitter zieht vorbei, die erinnerungen hallen nach.



Memories: Open air Abtwil
Es regnete schon damals in strömen. Schlammschlachten inklusive. Wir waren eine kleine gruppe aus olten, woodstock bereits in aller ferne und doch in aller verklärung so nah. Unvergesslich die auftritte von gianna nannini und joan baez. Wir waren im aufbruch, die nostalgie unsere begleiterin. Freiheit noch ein versprechen - heute bleibt sie, angekettet wie ein räudiger hund, an open airs aussen vor. Times are a changing.