trans* information

"die biologische variabilität kennt mehr als nur zwei geschlechter. in der modernen biologie werden die geschlechter nicht mehr als klar geschiedene alternativen gesehen, sondern in ihrer reinsten ausprägung als zwei pole begriffen, zwischen denen sich eine variationsreihe mit fliessenden übergängen entspannt. in unserer heutigen gesellschaft gibt es jedoch keinen sozialen raum für individuen, die zwischen den geschlechtern stehen." brigitte röttger-rössler

 

 

in einem seiner texte zitierte jorge luis borges "eine gewisse chinesische enzyklopädie", die tiere folgendermassen einteilt:

 

"a) tiere, die dem kaiser gehören

b) einbalsamierte tiere

c) gezähmte

d) milchschweine

e) sirenen

f) fabeltiere

g) herrenlose hunde

h) in diese gruppierung gehörende

i) die sich wie tolle gebärden

k) die mit einem ganz feinen pinsel aus kamelhaar gezeichnet sind

l) und so weiter

m) die den wasserkrug zerbrochen haben

n) die von weitem wie fliegen aussehen."

 

"bei dem erstaunen über diese taxonomie erreicht man mit einem sprung", schreibt der philosoph michel foucault in seinem buch "die ordnung der dinge", dem ich diesen hinweis verdanke, "was in dieser aufzählung uns als der exotische zauber eines anderen denkens bezeichnet wird - die grenze unseres denkens: die schiere unmöglichkeit, das zu denken."

 

das lachen, das bei der lektüre dieser alle vertrautheiten unseres denkens aufrüttelnden aufzählung folgt und uns in unruhe versetzt, dieses lachen werden wir eines tages auslösen, wenn wir sätze lesen wie, "die natürliche ordnung der geschlechter kennt nur mann und frau".

 

noch sind wir nicht soweit. aber diese zeit wird kommen. proud to be trans*!