trans* phobie

"zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du." mahatma gandhi

 

 

rede von sass rogando sasot am 10. dez. 2009 vor den vereinten nationen über diskriminierung von transmenschen.

 

transmenschen, vor allem transfrauen, insbesondere auf dem strich arbeitende latinas, leben gefährlich. zwischen januar 2008 und dezember 2012 wurden gemäss trans murder monitoring bzw. transrespect weltweit 1123 transmenschen ermordet - auch in europa. absoluter spitzenreiter weltweit ist brasilien, gefolgt von mexiko und den USA! in europa ists mit abstand die türkei gefolgt von italien. warum?

"dass trans-menschen cismenschen oft verunsichern, zeigt die tatsache, dass sie immer wieder opfer von gewalt werden. ich spreche in diesem zusammenhang nicht von transphobie, weil mir diese formulierung die brisanz des themas zu verschleiern scheint. es geht nicht um angst vor transidenten menschen, sondern um hass ihnen gegenüber. cismenschen, vor allem männer, lassen sich dadurch verunsichern, dass die in unserer gesellschaft tief verwurzelte vorstellung von der zweigeschlechtlichkeit (mit den daran gebundenen privilegien der männer) durch transmenschen in frage gestellt werden. cismänner reagieren darauf oft mit vehementer ablehnung, weil sie ihre am biologischen geschlecht festgemachten vorrechte gefährdet sehen. ausserdem beunruhigt es cismenschen vielfach, wenn sie die menschen nicht mehr in zwei kategorien aufteilen können, sondern sich mit einer grossen zahl von identitäten und lebensformen konfrontiert sehen. genau in der akzetanz dieser fülle von lebensmöglichkeiten sehe ich aber auch die grosse chance, die sich uns allen bietet. wenn unsere gesellschaft offener und akzeptierender gegenüber transmenschen wird." udo rauchfleisch

 

"bahnhof zürich. karfreitag morgen früh auf dem weg ins osterweekend. 'hey schaut mal!' rief ein etwa 25jähriger mann seinen beiden kollegen auf der rolltreppe unmittelbar vor mir zu. 'was ist denn das? igitt, eine transe. sowas hässliches hab ich noch nie gesehen.' die beiden anderen dehten sich um, gafften mich unverhohlen aus nächster nähe an und verzogen abschätzig das gesicht. ich ging kommentarlos weiter. sie folgten mir nicht."

 

als transfrau werde ich oft von (jungen) männern, meist in gruppen, sehr aggressiv angemacht. warum fast nur von männern?

"männer fühlen sich durch alles, was ihre traditionellen patriarchalen rollen mit den daran gebundenen privilegien in frage stellen könnte, verunsichert und reagieren darauf mit hass. der gegen transmenschen, aber auch gegen lesben und schwule gerichteten aggression liegt die angst solcher männer zugrunde, ihre machtposition zu verlieren; zeigen trans_ und homosexuelle menschen doch, dass auch ganz andere soziale rollen und lebensformen als die traditionell patriarchalen möglich sind und lettlich sogar eine bereicherung darstellen." udo rauchfleisch